GEDORE red

Sicherer Radwechsel zuhause

Du möchtest Sommer- und Winterräder selbst wechseln? Mit dem richtigen Werkzeug und dieser Anleitung gelingt der Radwechsel sicher – von der Vorbereitung bis zur Nachkontrolle.

Beim Radwechsel werden Radverschraubungen mit einer GEDORE red Hebelumschaltknarre gelöst

Komplette Räder selbst wechseln – mit dem richtigen Werkzeug

Zweimal im Jahr steht für Autofahrer der Tausch von Winterpneus und Sommerreifen an. Den Reifenwechsel, also das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge, nimmt am besten der Profi in der Werkstatt vor. Wer dagegen die kompletten Räder wechselt, braucht neben einem Händchen fürs Schrauben, einer guten Anleitung und dem richtigen Werkzeug nicht viel. Die häufigsten Fragen beim eigenständigen Radwechsel drehen sich um das Werkzeug und dessen Handhabung sowie die Reihenfolge der Arbeitsschritte: Welches Werkzeug brauche ich für den Radwechsel? Welches Drehmoment ist beim Reifenwechsel notwendig? Gibt es Unterschiede beim Wechsel von Rädern mit Alu- und Stahlfelgen? Was muss beim Radwechsel generell beachtet werden?

In dieser Anleitung zeigen wir dir den Radwechsel Schritt für Schritt. Du erfährst, welche Werkzeuge du benötigst, wie du festsitzende Radschrauben löst und wie du die neuen Räder richtig montierst.

Werkzeugübersicht für deinen Radwechsel

Für den Radwechsel brauchst du kein großes Werkstatt-Equipment. Entscheidend sind ein passender Radschlüssel, ein sicherer Wagenheber und ein Drehmomentschlüssel. Der Drehmomentschlüssel ist besonders wichtig, damit die Radschrauben weder zu locker noch zu fest angezogen werden.

Radwechsel-Werkzeuge aus dem GEDORE red Sortiment:

  • Passender Radschlüssel oder Steckschlüsseleinsatz zum Lösen und Ansetzen der Radschrauben beziehungsweise Radmuttern: R63043003 Kraftschrauber-Steckschlüssel-Satz 1/2" 3-teilig
  • Teleskopknarre für das Lösen und Voranziehen: R60010027 2K-Teleskopknarre 1/2" 460– 600 mm
  • Drehmomentschlüssel, damit die Radschrauben mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmoment angezogen werden: R68900200 Drehmomentschlüssel 1/2" 40–200 Nm
  • Arbeitshandschuhe für einen sicheren Griff und saubere Hände: R99110005 Mechanikerhandschuhe
  • Taschenlampe oder Arbeitsleuchte, damit Hebepunkt, Radnabe und Anlageflächen gut sichtbar sind: R95500058 Stirnlampe 260 oder R95700023 Arbeitslampe mit Magnet

Deine Radwechsel-Komplettlösung:

Mit den 3- und 11-teiligen Radwechsel-Sets R69003000 und R68903011 bekommst du alles, was du für den Radwechsel zuhause brauchst. Im großen Set sind sogar Magnetschale, Kreide und Reifenprofiltiefenmesser enthalten.
 

Radwechsel in 8 Schritten

1. Handbremse und Gang
Handbremse anziehen und den 1. Gang einlegen. Bei Automatikfahrzeugen muss der Wählhebel auf „P“ stehen. Zudem das Fahrzeug mit Keilen an den Rädern gegen Wegrollen sichern. Das Auto sollte für den Räderwechsel auf einem ebenen und festen Untergrund stehen, damit es beim späteren Aufbocken nicht vom Wagenheber rutschen kann.

2. Radmuttern lösen
Den Wagenheber exakt an dem dafür vorgesehenen Anbockpunkt ansetzen und den Sitz nach einem ersten vorsichtigen Anbocken noch einmal überprüfen. Mithilfe einer Teleskopknarre sämtliche Radbefestigungen (Radbolzen/-muttern) über Kreuz um eine viertel Umdrehung lösen. Ggf. wird ein Felgenschlüssel benötigt (siehe Bordbuch, keinen Schlagschrauber verwenden!). im Anschluss das Fahrzeug aufbocken.

3. Räder abnehmen
Mithilfe des Wagenhebers auf die korrekte Höhe gebracht, die gelösten Radmuttern abschrauben und das Rad abnehmen. Die gelösten Schrauben lassen sich ideal in den Magnetschalen aufbewahren.

4. Radnabe reinigen
Die abmontieren Räder grob vom Schmutz befreien und mit Kreide, Aufklebern oder Ventilflags für den nächsten Wechsel die Position des Rades am Fahrzeug markieren. Die Radnabe vor dem Aufsetzen des neuen Rades mit einer Drahtbürste von Rost und Schmutz befreien.

5. Profiltiefe prüfen
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Bei geringerer Profiltiefe verlieren die Reifen insbesondere bei Nässe an Straßenhaftung. Deshalb wird bei Winterreifen eine Profiltiefe von 4 mm und bei Sommerreifen eine Profiltiefe von 3 mm empfohlen. Messen lässt sich die Profiltiefe schnell und einfach mit einem Profiltiefenmesser. Wenn dabei allerdings festgestellt wird, dass die Profiltiefe nicht mehr ausreicht, muss der Profi in der Werkstatt übernehmen: entweder bei der Demontage neue Pneus aufziehen lassen oder den Austausch für den nächsten Wechsel vormerken lassen.

6. Räder montieren
Das neue Rad auf die Radnabe aufsetzen, dabei auf die am Reifen angegebene Laufrichtung achten, wenn diese vorgegeben ist. Wird das Rad mit Radmuttern befestigt, wird das Rad auf die Stehbolzen aufgesetzt. Anschließend alle Radbolzen handfest über Kreuz anziehen.

7. Radmuttern festziehen
Die Radbefestigungen mit einem Drehmomentschlüssel 40-200 Nm anziehen. Der Drehmomentschlüssel ist erforderlich, um die Räder mit dem vorgegebenen Drehmoment (siehe Bordbuch) anzuziehen. Radbefestigungen dürfen weder zu locker noch zu fest angezogen werden. Besonders Alufelgen können bei zu hohem Drehmoment schnell Schaden nehmen und dadurch die Fahrsicherheit gefährden.

8. Reifendruck prüfen
Nach dem Radwechsel den Luftdruck der Reifen überprüfen und anpassen. Den vorgeschriebenen Reifendruck dem Bordbuch entnehmen, oder vom Aufkleber im Türrahmen der Innenseite des Tankdeckels ablesen. Nach 50 km die Radbefestigungen noch einmal mit einem Drehmomentschlüssel nachziehen.

Bereite dich auf deinen Radwechsel vor

... und hol dir die passende Werkzeug-Ausstattung. Alle Sets und Werkzeuge findest du im Shop.

Antworten auf die häufigsten Fragen

Ja, den Wechsel kompletter Räder können viele Autofahrer selbst durchführen. Voraussetzung sind ein sicherer Arbeitsplatz, passendes Werkzeug und die Beachtung der Fahrzeug- und Herstellerangaben. Beschädigte Reifen, Felgen oder festsitzende Komponenten sollte eine Fachwerkstatt prüfen.

Beim Radwechsel wird ein komplettes Rad aus Reifen und Felge getauscht. Beim Reifenwechsel wird der Reifen von der Felge abgezogen und ein anderer Reifen aufgezogen. Dafür sind spezielle Maschinen und anschließend meist ein Auswuchten erforderlich.

Du brauchst einen passenden Wagenheber, einen passenden Radschlüssel oder Steckschlüsseleinsatz, einen Drehmomentschlüssel, Unterlegkeile und idealerweise Arbeitshandschuhe. Je nach Fahrzeug können zusätzliche Adapter oder spezielle Radbolzenführungen erforderlich sein.

Das Drehmoment ist fahrzeug- und felgenabhängig. Maßgeblich sind die Angaben im Bordbuch sowie die Vorgaben des Fahrzeug- oder Felgenherstellers. Verwende keinen pauschalen Standardwert. In der Regel ist ein Drehmomentschlüssel 200 Nm gut geeignet. Bei Pkw liegt das vorgeschriebene Drehmoment meist im Bereich von 120 Nm.

Durch das über Kreuz erfolgende Anziehen wird das Rad gleichmäßig an die Radnabe gezogen. Dadurch können Verspannungen und ein ungleichmäßiger Sitz des Rades vermieden werden.

Nein. Du kannst die Radmuttern aufsetzten und handfest anziehen. Anschließend wird das Auto wieder abgelassen und die Radschrauben werden über Kreuz mit dem vorgegebenen Drehmoment mit einem Drehmomentschlüssel festgezogen.

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