Pflege und Lagerung von Forstwerkzeugen
Pflege und Lagerung – das A und O für langlebige Forstwerkzeuge
Holz- und Forstarbeiten beanspruchen deine Werkzeuge stark. Nach dem Einsatz solltest du Axt, Beil und Spalthammer deshalb nicht einfach im Schuppen ablegen. Reinige den Werkzeugkopf, pflege die Schneide und schütze die Metallflächen vor Korrosion.
Auch der Lagerort spielt eine wichtige Rolle: Zu viel Feuchtigkeit kann den Stiel schwächen und Rost verursachen. Ein zu trockener Lagerplatz kann dazu führen, dass das Holz schwindet und der Stiel nicht mehr fest im Axtkopf sitzt. Mit der passenden Pflege und einem geeigneten Lagerplatz erhältst du die Funktion und Sicherheit deiner Werkzeuge langfristig.
Werkzeug nach dem Gebrauch reinigen und schützen
Reinige den Axt- oder Werkzeugkopf nach jedem Gebrauch mit einem Lappen. Entferne Schmutz, Holzreste und Feuchtigkeit. Anschließend gibst du einen Tropfen Korrosionsschutz-Öl auf ein weiches Tuch und reibst den gesamten Kopf damit ein. Das Öl schützt die Metalloberfläche und versiegelt das Material.
Kratzer und Macken lassen sich bei der Arbeit mit Schlagwerkzeugen nicht immer vermeiden. Wenn du deinen Werkzeugkopf wieder in Form bringen möchtest, kannst du die Schneide zusätzlich bearbeiten. Gehe dabei sorgfältig vor und achte darauf, die ursprüngliche Form und den vorgesehenen Schneidwinkel beizubehalten.
Schneide richtig schleifen und schärfen
1. Vorschleifen und Macken entfernen
Grobe Kerben und Kratzer kannst du mit einer Feile oder auf einer Doppelschleifmaschine vorbearbeiten. Benötigt werden außerdem Wasser zum Kühlen und ein geeignetes Schleifmittel.
Schleife beide Seiten der Schneide gleichmäßig, damit die ursprüngliche Form erhalten bleibt. Als Orientierung kannst du die runde Kontur mit einem Faserstift auf dem Axtkopf markieren. Verändere den Schneidwinkel beim Schleifen möglichst nicht.
Ballen und Wangen der Axt besitzen eine ballige Form. Flache diese Bereiche nicht ab, da sich das negativ auf die Standzeit der Schneide auswirken kann. Beim schrägen Schleifen muss die Feile oder Schleifscheibe immer die gesamte Fläche der Schneide bearbeiten. So verhinderst du einen bauchigen Schliff.
Achte beim maschinellen Schleifen unbedingt auf die Hitzeentwicklung. Kühle die Schneide zwischendurch mit Wasser ab und übe nicht zu viel Druck aus. Verfärbt sich der Axtkopf bläulich, ist der Stahl zu heiß geworden. Unterbreche den Vorgang und kühle das Werkzeug ab.
2. Feinschliff mit dem Schleifstein
Mit einem groben und einem feinen Wetzstein entfernst du den Schleifgrat und schärfst die Schneide. Befeuchte den Schleifstein vor der Anwendung, zum Beispiel mit Wasser oder Petroleum.
Bearbeite die Axt möglichst mit den Kanten des Schleifsteins. Drehe den Stein regelmäßig und schleife beide Seiten der Schneide. So bleibt der Stein gleichmäßig in Form und die Schneide wird gleichmäßig bearbeitet.
Reibe den Schleifstein bei Bedarf ab, um anhaftende Schleifgrate zu entfernen. Reinige ihn nach der Nutzung gründlich, zum Beispiel mit einer Nagelbürste und Spülmittel.
3. Schneide mit dem Lederriemen abziehen
Nach dem Feinschliff kannst du die Schneide mit einem Lederriemen abziehen. Dadurch lassen sich letzte Gratreste entfernen.
Achte darauf, den Lederriemen immer von der Schneide wegzuziehen. Je schärfer die Schneide ist, desto schneller kann sie bei der Arbeit stumpf werden. Wähle deshalb einen Anschliff, der zum Einsatz passt: Bei weichen Hölzern wie Pappel kann die Schneide schärfer sein als bei harten Hölzern wie Eiche.
4. Schneide und Axtkopf ölen
Entferne nach dem Schleifen alle Gratreste und Rückstände mit einem Lappen. Trage anschließend etwas Korrosionsschutz-Öl auf ein weiches Tuch auf und verteile es gleichmäßig auf dem gesamten Axtkopf.
Die Reinigung und das Auftragen des Öls kannst du nach jeder Anwendung durchführen. So schützt du den Kopf zuverlässig vor Korrosion und hältst ihn dauerhaft gepflegt.
Forstwerkzeuge richtig lagern
Lagere deine Forstwerkzeuge weder zu feucht noch zu trocken. In einem feuchten Raum kann sich auf dem Axtkopf Flugrost bilden. Vor allem aber kann feuchtes Holz an Festigkeit und Biegefestigkeit verlieren. Dadurch steigt das Risiko, dass der Stiel bricht.
Auch ein zu trockener Lagerplatz ist ungünstig. Wenn der Stiel Feuchtigkeit verliert, schwindet das Holz und verändert seine Maße. Dadurch kann sich die Verbindung zwischen Stiel und Axtkopf lockern.
Ein Geräteschuppen oder ein trockener, im Winter unbeheizter Lagerraum eignet sich gut zur Aufbewahrung. Direkte Sonneneinstrahlung solltest du vermeiden. Reinige und trockne das Werkzeug vor dem Einlagern und prüfe regelmäßig, ob Axtkopf, Schneide, Stiel und Kopf-Stiel-Verbindung unbeschädigt sind.
Pflege-Checkliste auf einen Blick
- Reinige den Werkzeugkopf nach jeder Anwendung mit einem Lappen.
- Entferne Feuchtigkeit und Holzreste.
- Schütze den Axtkopf mit einem dünn aufgetragenen Korrosionsschutz-Öl.
- Bearbeite Macken und Kerben vorsichtig mit Feile, Schleifmaschine oder Schleifstein.
- Schleife beide Seiten der Schneide gleichmäßig.
- Behalte die ballige Form von Ballen und Wangen bei.
- Kühle die Schneide beim maschinellen Schleifen regelmäßig mit Wasser.
- Vermeide eine bläuliche Verfärbung des Stahls durch Überhitzung.
- Entferne den Schleifgrat mit einem geeigneten Schleifstein.
- Ziehe den Lederriemen immer von der Schneide weg.
- Lagere das Werkzeug trocken, aber nicht in zu trockener Umgebung.
- Vermeide direkte Sonneneinstrahlung.
- Prüfe den Stiel und die Kopf-Stiel-Verbindung regelmäßig auf Beschädigungen und festen Sitz.
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