GEDORE

GEDORE Drehmomentschraubendreher

Bei empfindlichen Schraubverbindungen kommt es nicht auf möglichst hohe Kraft, sondern auf einen definierten und reproduzierbaren Schraubenanzug an. Drehmomentschraubendreher kommen deshalb vor allem bei kleinen Drehmomenten zum Einsatz, etwa in der Feinmechanik, Elektronik, industriellen Fertigung, Montage und Qualitätssicherung. GEDORE deckt diese Anwendungen mit durchrutschenden Ausführungen sowie Lösungen für ESD- und Reinraumbereiche ab.

Drehmomentschraubendreher von GEDORE liegt auf einer Holzoberfläche

Kleine Drehmomente kontrolliert und reproduzierbar übertragen

Je kleiner eine Schraubverbindung ausfällt, desto wichtiger ist eine kontrollierte Krafteinleitung. Zu hohe Drehmomente können Bauteile, Gewinde oder Verbindungselemente belasten, während ein zu geringer Anzug die vorgesehene Funktion der Verbindung beeinträchtigen kann. Drehmomentschraubendreher ermöglichen es, den Schraubenanzug auf einen definierten Drehmomentbereich abzustimmen.

Bei durchrutschenden Ausführungen wird die Kraftübertragung beim Erreichen des eingestellten Drehmoments begrenzt. Der Mechanismus gleitet spürbar durch und verhindert dadurch ein unbeabsichtigtes weiteres Anziehen. Dieses Funktionsprinzip eignet sich besonders für wiederkehrende Schraubvorgänge, bei denen ein vorgegebener Wert reproduzierbar eingehalten werden soll.

Das GEDORE Sortiment umfasst Drehmomentschraubendreher für unterschiedliche Drehmomentbereiche und Anforderungen. Dazu gehören unter anderem die Baureihen QSN, QUICKSET und TLS sowie spezielle ESD- und Reinraumausführungen.

Festeinstellung oder verstellbarer Drehmomentwert

Ein wesentliches Auswahlkriterium ist die Frage, ob bei einer Anwendung dauerhaft mit demselben Drehmoment gearbeitet wird oder unterschiedliche Werte benötigt werden. Festeinstellbare Drehmomentschraubendreher sind für wiederkehrende Schraubprozesse mit gleichbleibender Vorgabe ausgelegt. Je nach Ausführung kann die Einstellung im Werk oder mit geeigneten Prüfgeräten vorgenommen werden.

Verstellbare Drehmomentschraubendreher ermöglichen dagegen die Anpassung des Drehmomentwertes an unterschiedliche Schraubfälle. QSN und QUICKSET decken hierfür verschiedene metrische und zöllische Drehmomentbereiche ab. Je nach Ausführung unterstützen Skalen und Systeme zur Sicherung der Einstellung dabei, den benötigten Wert einzustellen und während des Arbeitsprozesses beizubehalten.

Damit richtet sich die Wahl zwischen Festeinstellung und verstellbarer Ausführung vor allem nach dem jeweiligen Prozess. Bei gleichbleibenden Montagevorgaben steht die reproduzierbare Wiederholung eines definierten Wertes im Vordergrund. Wechselnde Bauteile und Schraubfälle erfordern dagegen mehr Flexibilität bei der Einstellung.

Drehmomentschraubendreher für ESD-Bereiche und Reinräume

In der Elektronikfertigung und anderen elektrostatisch sensiblen Bereichen gelten zusätzliche Anforderungen an eingesetzte Werkzeuge. Die ESD Drehmomentschraubendreher von GEDORE sind für den Einsatz in elektrostatisch geschützten Bereichen ausgelegt. Die Baureihe umfasst unterschiedliche Drehmomentbereiche und verbindet die kontrollierte Drehmomentübertragung mit einer EPA-konformen Ausführung.

Für Anwendungen unter Reinraumbedingungen stehen CRS Reinraum-Drehmomentschraubendreher zur Verfügung. Die mechanischen Bauteile bestehen aus Edelstahl oder entsprechend beschichteten Werkstoffen. Je nach Ausführung kommen PTFE-imprägnierte und eloxierte Aluminiumgriffe zum Einsatz. Die CRS Reihe deckt mehrere Drehmomentbereiche von kleinen cNm-Werten bis in den Nm-Bereich ab und ist für Rechts- und Linksanzug ausgelegt.

Damit lässt sich der Drehmomentschraubendreher nicht nur nach dem benötigten Drehmoment auswählen. Auch die Arbeitsumgebung und die dort geltenden Anforderungen an Material, Oberfläche und elektrostatische Eigenschaften sind Teil der Werkzeugauswahl.

Den passenden Drehmomentschraubendreher auswählen

Für die Auswahl eines geeigneten Drehmomentschraubendrehers sind mehrere Faktoren entscheidend. Ausgangspunkt ist der für die Schraubverbindung vorgegebene Drehmomentwert. Darauf aufbauend lassen sich Drehmomentbereich, Einstellart und Ausführung des Werkzeugs bestimmen.

 

Wichtige Auswahlkriterien sind:

  • erforderlicher Drehmomentwert und passender Drehmomentbereich
  • festeinstellbare oder verstellbare Ausführung
  • durchrutschendes Funktionsprinzip
  • Rechtsanzug oder Rechts- und Linksanzug entsprechend der jeweiligen Ausführung
  • Standard oder besondere (ESD- oder Reinraumumgebungen)
  • metrische oder zöllische Skalierung bei verstellbaren Ausführungen
  • geeignete Bitaufnahme und passender Bit für die Schraubverbindung

 

GEDORE bietet innerhalb dieser Kriterien unterschiedliche Baureihen und Drehmomentbereiche. So kann die Werkzeugauswahl an den konkreten Schraubprozess angepasst werden, ohne die Entscheidung allein an einer bestimmten Produktreihe auszurichten.

Weitere Drehmoment-Features

GEDORE TORCOFIX in einem DAkkS-Labor bei der Kalibrierung

Drehmoment-Service

Drehmomentschlüssel sind präzise Messmittel und benötigen regelmäßige Prüfung, Kalibrierung und fachgerechte Wartung. Der GEDORE Drehmoment-Service umfasst unter anderem die Prüfung, Justage, Reparatur und Kalibrierung von Drehmomentwerkzeugen. Die Bearbeitung erfolgt im eigenen, DAkkS akkreditierten Kalibrierlabor nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018. So bleiben Genauigkeit, Funktionssicherheit und dokumentierbare Qualität auch bei regelmäßigem Einsatz erhalten.

Bits und Aufnahmen

Alle GEDORE Drehmomentschrauber der FH-Reihen sind mit einer 1/4"-Innensechskantaufnahme für Bits nach DIN 3126-C 6,3 ausgestattet. Die Kompatibilität mit einem breiten Spektrum handelsüblicher Bits ermöglicht einen flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Schraubanwendungen. Entscheidend für ein reproduzierbares Ergebnis sind ein geeignetes Bit, eine korrekte Krafteinleitung und ein abgestimmter Drehmomentbereich.

GEDORE Bits in einer Textiltasche auf einem Werkstattwagen. Daneben liegend ein GEDORE Drehmomentschlüssel
GEDORE Dremometer-Set vor einem Traktor in einer NFZ-Werkstatt

Drehmomentschlüssel

Drehmomentschlüssel und Drehmomentschrauber ergänzen sich in einer vollständigen Drehmomentstrategie. Während Drehmomentschlüssel typischerweise für Steckschlüsselverbindungen im mittleren und hohen Drehmomentbereich eingesetzt werden, decken Drehmomentschrauber präzise Schraubfälle im Niedrig- und Feindrehmomentbereich ab. In Kombination mit geeigneten Prüfmitteln entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für Prozesskontrolle und Qualitätssicherung.

Ein Drehmomentschrauber ist ein handbetätigtes Schraubwerkzeug, das eine Verbindung beim Erreichen eines voreingestellten Drehmomentes kontrolliert auslöst oder den aufgebrachten Wert anzeigt. Durchrutschende Ausführungen verhindern ein Überdrehen konstruktiv, anzeigende Modelle ermöglichen die Messung und Überwachung des tatsächlichen Anzugsmomentes.

Ein Drehmomentschlüssel arbeitet in der Regel mit einer Steckschlüsselaufnahme und ist für mittlere bis hohe Drehmomentbereiche ausgelegt. Ein Drehmomentschrauber verwendet eine Bitaufnahme und deckt den Niedrig- und Feindrehmomentbereich ab. Beide Werkzeugtypen sind nach DIN EN ISO 6789 klassifiziert und für unterschiedliche Schraubanwendungen geeignet.

Durchrutschende Drehmomentschrauber sind besonders geeignet, wenn in der Serienmontage ein gleichbleibender Anzugswert reproduzierbar erreicht werden muss. Der Mechanismus gleitet beim Erreichen des eingestellten Wertes spürbar durch und verhindert ein Überziehen der Verbindung. Diese Ausführung ist in Fertigung, Montage und Qualitätskontrolle weit verbreitet.

ESD-Drehmomentschrauber sind für Arbeiten in elektrostatisch sensiblen Bereichen konzipiert und erfüllen die Anforderungen der EPA-Norm. Reinraum-Drehmomentschrauber der CRS-Reihe bestehen aus Edelstahl oder geeignet beschichteten Materialien und sind für Umgebungen, in denen Partikelemissionen und Ausgasungen streng begrenzt sind. Typische Einsatzbereiche sind Elektronikindustrie, Halbleiterfertigung, Medizintechnik und Optik.

Drehmomentschrauber unterliegen durch den Einsatz mechanischem Verschleiß, der die Auslösegenauigkeit beeinflussen kann. Nach DIN EN ISO 6789 wird eine Kalibrierung mindestens alle zwölf Monate oder nach 5.000 Belastungszyklen empfohlen, je nachdem, welches Intervall zuerst erreicht wird. Eine dokumentierte Kalibrierung ist in qualitätsgeregelten Prozessen nach DIN EN ISO 9001 Pflicht und sichert die Rückverfolgbarkeit der Messwerte.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Industriestandard+

Unsere Drehmomentschlüssel werden auf +/- 3 % kalibriert, auch wenn der Standard 
nur 5 % vorgibt.

Prüfzertifikat

Für jeden Drehmomentschlüssel erhalten Sie ein rückführbares Prüfzertifikat.

Große Auswahl

Passende Bits für Unterschiedliche Anwendungen und Drehmomentschrauber

Inhouse-Service

Von Einsteckwerkzeugen, Aufsteckwerkzeugen bis hin zu Drehmomentbegrenzern und elektronischen Drehmomentschküssel.

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