GEDORE

GEDORE Greif- und Schneidzangen

Zangen wirken auf den ersten Blick ähnlich, übernehmen aber sehr unterschiedliche Aufgaben. Einige halten ein Werkstück über Reibung und Backengeometrie. Andere klemmen es fest, übertragen hohe Kräfte auf Rohre oder verbinden Greifen und Schneiden in einem Werkzeug. Bei Schneidzangen entscheidet zusätzlich die Geometrie der Schneide darüber, welches Material und welcher Querschnitt verarbeitet werden kann. Das GEDORE Sortiment bildet diese Unterschiede mit zahlreichen spezialisierten Zangenformen ab.

Unterschiedliche GEDORE red Universalzangen mit verschiedenen Griffarten liegen auf einer Arbeitsfläche in einer Werkstatt

Greifzangen für Montage und Instandhaltung

Die Form des Werkstücks bestimmt weitgehend die geeignete Zange. Runde Bauteile benötigen andere Greifflächen als parallele Flächen. Bei schwer zugänglichen Stellen kann eine schlanke oder abgewinkelte Form wichtiger sein als maximale Haltekraft.

Typische Greifprinzipien im Überblick:

  • Universalzangen passen sich durch mehrere Gelenkstellungen an unterschiedliche Öffnungsweiten an
  • Gripzangen fixieren Werkstücke und halten die eingestellte Klemmkraft
  • Rundzangen eignen sich zum Greifen und Formen kleinerer Bauteile oder Drähte
  • Rohrzangen erzeugen hohe Haltekräfte an runden Werkstücken
  • Zangenschlüssel verbinden verstellbare Greifweite mit paralleler Backenführung

Die 142 Universalzange ist 15-fach verstellbar und zeigt den Vorteil einer fein abgestuften Verstellung. Die 137 Gripzange steht dagegen für fixierendes Halten. Für parallele Flächen folgt der 183 Zangenschlüssel einem anderen Prinzip: Die Backen werden parallel geführt und verteilen die Kraft flächiger.

Kombinierte Greif- und Schneidzangen

Kombinationszangen verbinden zwei Funktionen, die bei Montagearbeiten häufig direkt aufeinander folgen. Im vorderen Bereich wird gegriffen, gehalten oder gebogen. Näher am Gelenk sitzt die Schneide, weil dort die Hebelwirkung höher ist. Eine klassische Kombinationszange wie die 8210 deckt breitere Standardaufgaben ab. Die 8250-160 TL Kraft-Kombinationszange nutzt eine auf höhere Kraftübertragung ausgelegte Konstruktion.

Flachrundzangen mit Schneide gehen einen Schritt weiter. Ihre längere, schmalere Form erleichtert das Positionieren in tieferen oder engeren Bereichen. Die 8132 Familie ist dafür in gerader und abgewinkelter Form erhältlich. 

Schneidzangen für unterschiedliche Materialien und Querschnitte

Eine Schneidzange wird nicht allein nach ihrer Größe gewählt. Entscheidend ist, was getrennt werden soll. Dünner Draht, Kabel, härtere Drähte und Bolzen stellen unterschiedliche Anforderungen an Schneidenhärte, Schneidenform und Hebelwirkung.

Auswahl nach Schneidaufgabe:

  • Seitenschneider trennen Drähte und vergleichbare freigegebene Materialien seitlich zur Zangenachse
  • Hebelseitenschneider erhöhen die Kraftübertragung über die Gelenkkonstruktion
  • Frontale oder schräge Schneiden erleichtern Schnitte in besonderen Einbausituationen
  • Elektronikschneider sind für feinere und kontrollierte Schneidarbeiten ausgelegt
  • Bolzenschneider nutzen lange Hebelarme für deutlich höhere Schneidkräfte

Der 8318-160 TL Hebelseitenschneider steht für hohe Schneidleistung in kompakter Zangenform. Der 8308-1 Elektronik-Mini-Schrägschneider richtet sich an feinere Arbeiten. Beim 8178 620 Bolzenschneider 24" 620 mm übernimmt die lange Hebelübersetzung einen wesentlichen Teil der Kraftarbeit. Zulässige Materialien und Abmessungen richten sich nach den Produktdaten des einzelnen Werkzeugs.

Präzise Schnitte bei professionellen Anwendungen

Ein kontrollierter Schnitt beeinflusst oft den nächsten Arbeitsschritt. Ein sauber getrenntes Kabel lässt sich leichter abisolieren. Ein definiert geschnittener Draht erleichtert Montage und Nacharbeit. Deshalb sollte die Schneide nicht nur leistungsfähig, sondern auch zur gewünschten Schnittstelle passend geformt sein.

Bei häufigem Schneiden harter Materialien spielen zusätzlich Schneidenverschleiß und Kraftaufwand eine Rolle. Ein größerer Hebel kann die Handkraft reduzieren, ersetzt aber nicht die korrekte Materialfreigabe.

VDE-Varianten für elektrische Anwendungen

Für elektrische Arbeiten führt GEDORE mehrere Greif- und Schneidzangen in VDE-Ausführung. Beispiele sind der VDE 8316-180 VDE-Kraft-Seitenschneider, die VDE 8132-160 VDE-Flachrundzange und die VDE 8122-160 H VDE-Rundzange.

Der Unterschied zu nicht isolierten Varianten liegt in der vorgesehenen Schutzisolierung. Welche Zange benötigt wird, hängt weiterhin von Greifaufgabe, Schneidmaterial und Einbausituation ab. Die VDE-Ausführung ergänzt diese funktionale Auswahl um die Anforderungen des elektrischen Arbeitsumfelds.

Zu den Produkten

Weitere Zangen-Features

Detailaufnahme der Kraft-Kombinationszange 8250 von GEDORE

Power Pliers – Das Kraft-Zangen-Programm

Höhere Schneid- und Klemmkräfte bei gleichzeitig geringerem Kraftaufwand? Das geht. Mit dem Funktionsprinzip Power Pliers von GEDORE. Die GEDORE Konstrukteure machen sich die physikalische Momentengleichung beim Betätigen einer Zange zunutze. Zangen des Kraft-Programms haben im Gegensatz zu anderen Zangen einen exzentrisch gelagerten Drehmittelpunkt im eingelegten Gelenk. Das über dem Drehpunkt aufgebrachte Hand-Drehmoment wird so besonders stark auf die Schneide übertragen. Aufgrund der stark optimierten Wirklänge ist mit dieser Konstruktion eine Erhöhung der Schneidkraft erreicht. Das garantiert eine Kraftersparnis von 35% im Vergleich mit anderen Zangenmodellen. Die nach hinten verlagerte Greiffläche begünstigt die Schneidkraft zusätzlich.
 

Optimale Ausnutzung der Handkraft

Die gewinkelte Kombinationszange 8248 verfügt über einen um 60° gewinkelten Zangenkopf. Während mit der traditionellen Handhaltung das Handgelenk leicht geneigt die Schneid-, Dreh- und Haltebewegungen ausführen muss, schont die gerade Handhaltung bei Anwendung der 8248 Sehnen und Gelenke und nutz die Handkraft optimal aus. Speziell versetzte Zähne in den Greifflächen sorgen außerdem für den besten Grip an Rohren und Schrauben.

Schematische Grafik des ergonomischen Prinzips der gewinkelten GEDORE Kombinationszange
Schematische Zeichnung des Kniehebels von GEDORE Gripzangen

Ein Herkules unter den Gelenken

GEDORE Gripzangen wie die 137 verfügen über einen sogenannten Kniehebel. Im Aufbau mit dem menschlichen Bein, bestehend aus Hüft-, Knie- und Sprunggelenk, vergleichbar, bietet die Gripzange unschlagbar intelligentes Kraftmanagement: beim Greifen werden lange Wege zügig mit geringer Handkraft überbrückt und kurz vor der “Streckung” ein kurzer Weg mit sehr großer Hebelkraft zurückgelegt. So wird nur eine geringe Betätigungskraft benötigt und auf die letzten Millimeter konzentriert. Die größte Press- oder Spannkraft entsteht bei durchgestrecktem Heben – sogar mit automatischem Selbstklemmeffekt, der durch die Betätigung des Lösehebels entspannt wird.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Industriestandard+

Besondere Gelenke, Geometrien und das Kraft-Zangenprogramm für hohe Anforderungen

Engineered by GEDORE

Unsere Zangenkompetenz sitzt im eigenen Werk in Österreich

Zangensätze

Für maximale Flexibilität bei der Werkzeugnutzung

Service-Highlights

Reparatur, Beratung, Produktschulungen für effiziente Anwedung

Die beste Kombination

Unsere Greif-, Schneid und Kombinationszangen als perfekte Ergänzung für deine Werkzeugsortiment

Antworten auf die häufigsten Fragen

Eine Universalzange arbeitet mit verstellbaren Gelenkpositionen und gezahnten Greifflächen. Ein Zangenschlüssel führt seine Backen parallel und eignet sich dadurch besonders für parallele Flächen.

Wenn ein Werkstück über längere Zeit fixiert werden soll. Nach dem Einstellen bleibt die Klemmung bestehen.

Ihre Gelenkgeometrie ist auf eine höhere Kraftübertragung ausgelegt und kann den erforderlichen Handkraftaufwand reduzieren.

Schnittposition, Material und Zugänglichkeit unterscheiden sich je nach Aufgabe. Seitliche, frontale oder schräge Schneiden lösen deshalb unterschiedliche Schneidsituationen.

Nein. Zulässige Härte und maximaler Durchmesser sind werkzeugabhängig und müssen den technischen Angaben entsprechen.